Pädagogisches Konzept
Kreativitätskindertagesstätten oder einfacher "Kreativitätskitas" verbinden die Grundanliegen der Betreuung und Förderung der Kinder in den Kindertagesstätten mit dem nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelten Kreativitätsförderprogramm.
Unser Ausgangspunkt generell - Kinder sind von Natur aus aktiv, neugierig und bestrebt, etwas zu tun.
Dies sind bereits für Kleinstkinder lebenswichtige, lebenserhaltende und letztlich überlebenswichtige Verhaltenseigenschaften. Der Mensch in seiner biopsychosozialen Einheit beginnt nicht irgendwann im Verlaufe der Kindheit sondern - bewußt so gesagt -: spätestens mit der Geburt zu einem aktiven Wesen zu werden, das mit seiner Umwelt aktiv in Kontakt tritt. Das Kind will tun, will mit der es umgebenden Welt interagieren, um seine sich permanent ausdifferenzierenden Bedürfnisse zu befriedigen. Während der Erwachsene trennt zwischen Betreuung und Bildung oder zwischen sozialen und emotionalen, zwischen praktischen und geistigen Anforderungen gibt es diese Trennung aus der Sicht des Kindes nicht.
Es ist wohl ein Grundirrtum der Frühpädagogik, daß sich das Kind schon holt, was es benötigt wie auch die Trennung zwischen Spiel einerseits und anderen Tätigkeiten andererseits nur eine Erwachsenensicht auf das Kind ist, nicht aber eine Sicht vom Kinde aus oder gar aus der Sicht auf dessen Entwicklung. Je jünger das Kind ist, um so höher ist der Ernstcharakter jedes Tuns für das Kind selbst, wenn wir wirklich die Sicht des Kindes einnehmen. Vielleicht liegt genau hier der Schlüssel dafür, daß in Übereinstimmung mit den biologischen Voraussetzungen der Entwicklungserfolg pro Tätigkeitseinheit um so höher ist, je jünger ein Kind ist. Die frühen sensiblen Phasen als besonders intensive Phasen der Aneignung spezieller oder auch übergreifender Fähigkeiten sind Phasen, in denen das Kind in großer Ernsthaftigkeit tätig ist - oder aber der Erfolg ist entsprechend reduziert. Dazu kommt, daß Ernsthaftigkeit und Anstrengung miteinander verbunden sind und der Entwicklungserfolg wiederum um so höher ist, je intensiver die selbstbestimmte Aneignung erfolgte. Schauen Sie sich mal auf den Bildern gerade die Aktivitäten der jüngsten Kinder an oder deren Ergebnisse.
Wir müssen fragen, ob es nicht wir Erwachsene sind, die für die Sinnentleerung der Tätigkeiten des Kindes verantwortlich sind, weil wir den Kindern nachhaltig klar machen, daß ihre Tätigkeiten keinen Ernstcharakter aufweisen, daß sie sinnentleert, sinnlos, eben spielerisch sind, um dann dem Spiel nachträglich wieder Sinn zu geben - Sinn als Übung, nicht als unmittelbare Zielerreichung.
Wenn wir davon ausgehen, daß die Zeit von der Geburt an eine Zeit der Entwicklung des Kindes durch die Tätigkeit ist und zwar nicht nur eine eigenständige Entwicklungsphase (dies zu behaupten ist heute nicht mehr modern sondern bereits wieder antiquiert, weil es die Entwicklung als dialektischen Prozeß negiert), sondern zugleich nicht nur gesellschaftlich sondern auch biologisch funktionell eine Phase der Vorbereitung des Kindes auf ein - wiederum biologisch und als Mensch zugleich - gesellschaftlich reproduktionsfähiges Wesen, dann gilt es, diesen Prozeß zu unterstützen.
Dem folgt unsere Herangehensweise der motivierenden Organisation der tätigkeitsanregenden und Tätigkeitsfelder wie Tätigkeitspartner anbietenden Umwelt, die spezifischen Zielen folgen.
Entwicklungshomogene, in der Regel alters homogene Gruppen; Ganzheitliche Entwicklung aller Sinne sowie ihrer intellektuellen, sprachlichen, ästhetischen, motorischen und psychomotorischen Fähigkeiten; Soziale und emotionale Geborgenheit; frühe Förderung sozialer Fähigkeiten; Förderung der Begabungen, auch besonderer und Hochbegabungen; Förderung der Konzentrationsfähigkeit; langfristige Vorbereitung auf die Schule;
Kinder benötigen nach unserer Position einen geregelten und geordneten Tagesablauf. Dazu gehört auch eine regelmäßige Anwesenheit in den Einrichtungen - also nicht nur aus Rücksicht gegenüber anderen sondern auch zur Psychohygiene der eigenen Person. Wir haben noch keine Untersuchungen vorliegen, aber wir verhalten uns entsprechend der von uns aufgestellten Hypothesen, daß beispielsweise das in den letzten Jahren so starke Anwachsen der sogenannten hyperaktiven Kinder durch die Umwelt des Kinder verursacht oder mitverursacht ist, denn das überproportionale Anwachsen kann kaum rein genetische oder biologische Gründe haben, also nicht an einer echten Zunahme von ADS oder ADHS-Kindern liegen, woher sollte das kommen, wenn nicht aus der Umwelt der Kinder.
Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zeigen aber auch: Die allerwichtigsten Phasen für die spätere Entwicklung der Kinder liegt im Krippenalter, im Kindergartenalter und im Grundschulalter. In dieser Zeit entwickeln sich durch geistige und körperliche Tätigkeiten jene physiologischen Grundlagen in unserem Gehirn in hoher Geschwindigkeit und Qualität oder eben mangels solcher Tätigkeiten kommt es nur zur eingeschränkten Entwicklung bis hin zu irreversiblen Hirnschädigungen. Die Qualität und die Intensität der Nutzung solcher Tätigkeitsangebote bestimmt die spätere Leistungsfähigkeit auf jedem Gebiet unserer Fähigkeiten - sei es intellektuell, musisch, emotional, sprachlich, einschließlich fremdsprachlich, oder bezogen auf alle körperlichen Fähigkeiten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit führen relativ geringe biologische Differenzen zu großen Differenzen im weiteren Lebensweg, während andererseits vorhandene Differenzen unter ungünstigen Bedingungen schnell nivelliert werden können. Das verlangt eben Angebote und die Motivierung, diese Angebote engagiert und lustbetont anzunehmen. Die andererseits frühzeitig nicht genutzten und damit vergebenen Entwicklungsmöglichkeiten können im späteren Leben unter den ganz alltäglichen Lebenssituationen nicht mehr entscheidend korrigiert werden. Der Einfluß der frühen Kindheit reicht aber noch weiter: Selbst später hochkreative Persönlichkeiten und andere ähnlich oder gleich begabte, die aber durch ihre Lebensleistungen wenig auffällig geworden sind, unterscheiden sich vor allem anhand der Anregungen, die sie in früher Kindheit erhalten und aufgegriffen haben, kaum jedoch hinsichtlich ihrer Entwicklung im Gymnasium oder gar während ihres Studiums. Auf die ersten 10 Lebensjahre kommt es folglich unvergleichlich stark an. Dabei ist jedes vorausgehende Lebensjahr vom ersten Lebensjahr an immer wichtiger als das jeweils folgende!!!
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